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15.06.2007 - Fernando Lugo, in Paraguay "Bischof der Armen" genannt, weil er im
Dezember 2006 sein Amt als Bischof von San Pedro niederlegte um in der
Politik tätig zu werden, hat verkündet bei den Präsidentschaftswahlen
2008 anzutreten. Der ursprünglich aus armen Verhältnissen stammende Lugo möchte im Falle
eines Wahlsieges die momentanen Zustände in Paraguay deutlich
verbessern, die sich seit dem Sturz des Dikators Stroessner in hoher
Arbeitslosigkeit, Korruption, wachsende Kriminalität, vorallem
Drogenhandel und organisierten Schmuggel ins benachbarte Brasilien
niederschlagen. Andererseits ist er bestrebt, die Rechte der Armen, in erster Linie Indios und Kleinbauern zu stärken.
Wenn auch das Volk diesen Entschluß Lugos größtenteils positiv
aufnimmt, so ist der Widerstand gegen den 56jährigen Ex-Bischof sehr
groß.Die rechtskonservative Colorado Partei, der auch der gegenwärtige
Präsident Duarte Frutos angehört, versucht seit dem Bekanntwerden von
der Kandidatur Lugos eine Verfassungsänderung durchzusetzen, welche
Duarte Frutos automatisch eine weitere Kandidatur ermöglichen soll.
Ein weiterer Gegner ist niemand geringeres als die katholische Kirche,
die Lugo mit Exkommunikation droht, sollte er weiter politisch tätig
bleiben und nicht mehr seine Aufgaben als Bischof wahrnehmen. Sollte es Fernando Lugo tatsächlich gelingen die Präsidentenwahl für
sich zu entscheiden, so besteht eine sehr große Chance, die Mißstände
die in Paraguay gegenwärtig herrschen weitgehend zu beseitigen.
Es würde ausserdem das Ende der 60jährigen Herrschaft der Colorado
Partei bedeuten, die sich unter Stroessner nur mit diktatorischen
Mitteln, nach dessen Sturz mit Korruption an die Macht halten konnte.Manche Experten und Beobachter vertreten sogar die Meinung, dass Lugo
eine neue Ära der sozialen Gerechtigkeit und des Wohlstands einleuten
könnte. |