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Wasserkraftwerk Itaipu - Der gigantische Stromproduzent

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Groß, größer, gigantisch – das ist das Wasserkraftwerk Itaipu. Das gewaltige Kraftwerk wurde als Gemeinschaftsbauwerk von Paraguay und Brasilien 1971 gebaut und ist im Grenzgebiet beider Länder entstanden. Brasilien trug die Baukosten von ca. 16,6 Mrd. US-Dollar und bezieht ein sechstel seines gesamten Stromverbrauches von Itaipu. Paraguay revanchiert sich mit Stromlieferungen und kleineren Ratenzahlungen.

Das Werk erzeugt unvorstellbare 94 Terawattstunden jährlich. Um diese Strommenge produzieren zu können, werden immense Mengen Wasser benötigt, welches in einem Stausee gesammelt wird. Hierzu wurde der südwärts fließende Paraná gestaut, was in Flora und Fauna bis heute nicht abzusehende Eingriffe nötig machte.

Wasser wird im See gefesselt

Der See wurde künstlich angelegt; unglaubliche 7.760 Meter ist die Staumauer lang, und über 12 Millionen Kubikmeter Beton wurde benötigt. Allerdings besteht nicht die komplette Staumauer aus Beton, dort wo es möglich war, wurden Erddämme errichtet. Eine Fläche von 1.350 Quadratkilometern nennt der Stausee sein eigen, würde man von einem Ufer zum anderen schwimmen wollen, bräuchte man Ausdauer – bis zu 12 Kilometer ist der See breit. Da wäre eine kleine Bootstour wesentlich angenehmer. Langweilig würde es nicht, schließlich ist der Stausee zweieinhalb mal so groß wie der Bodensee.

Das enorme Stauvolumen von 29 Milliarden m³ baut an den Mauern einen gigantischen Druck auf, dem widerstanden werden muss. Daher sind die Mauern teilweise wabenförmig konstruiert und sind stellenweise unglaubliche 250 Meter dick. 30.000 m³/s (Kubikmeter pro Sekunde) Wasserdurchfluss schafft der Paraná in Hochwasserzeiten. Zum Vergleich brachte es der Rhein, welcher zu den verkehrsreichsten Wasserstraßen der Welt gehört, 1926 auf die höchste gemessene Abflussmenge von 12.000 m³/s.

Turbinen und Fallrohre arbeiten zusammen

Die Turbinen und Fallrohre nehmen eine Wassermenge von sagenhaften 62.000 Kubikmetern pro Sekunde auf um die Fließenergie des Wassers in Strom umzuwandeln. Eine einzige Turbine ist in der Lage, eine Stadt mit 1,5 Millionen Menschen zu versorgen. Schon bei der Wahl der Turbinen war man auf Zuverlässigkeit und Ausdauer bedacht, daher wurden Francis-Turbinen verbaut.

So ist diese Turbine durch sogenannte Leitschaufeln in der Lage, bei Lastwechseln des Generators und bei wechselnden Wasserständen die Leistung konstant zu halten. Zusätzlich arbeitet die Turbine mit Überdruck, da bauartbedingt am Laufradeintritt der Druck höher ist, als am Laufradaustritt.

Bis 2004 kamen 18 Francis-Turbinen zum Einsatz, dann wurden zusätzlich noch zwei weitere Turbinen eingebaut. Diese liegen quasi auf Lauerstellung und kommen immer dann zum Einsatz, wenn eine der anderen 18 Turbinen gewartet wird. So wird gewährleistet, dass die geförderte Strommenge konstant bleibt.

Fazit

Das Werk von Itaipu ist so gewaltig, dass es zwei Länder mit Strom versorgt, zu den größten Wasserkraftwerken der Welt gehört und bis heute mehr als 11,5 Millionen Touristen vor Ort waren. Dieser Gigantismus fordert auch seinen Tribut. So mussten weit mehr als 40.000 Einwohner, die auch Guarani genannt werden, kurz nach Baubeginn ihr Land verlassen, da es überflutet wurde. Bis heute leben diese Menschen unter schwierigen Verhältnissen, da sie zwar neues Land bekommen haben, aber keine Arbeitsmittel, um es vernünftig zu bearbeiten.

"Sete Quedas" gehörten zu den wasserreichsten Wasserfällen der Welt. Diese werden nie wieder zu besichtigen sein, da sie in den Fluten des Paraná versanken. Tapire und Wildschweine sind fast ganz vom Speiseplan der Guarani verschwunden und den imposanten Jaguar, ein ständiger Begleiter der Menschen in früheren Jahren, hat schon lange keiner mehr zu Gesicht bekommen.

Der Mensch ist auf die gewaltige Kraft des Wassers angewiesen, um Strom zu produzieren, allerdings muss er sich für die Zukunft dessen bewusst sein, dass er durch gewaltige Bauvorhaben massiv in die Umwelt eingreift. Hierdurch können irreparable Schäden entstehen, die das Kosten-Nutzen-Verhältnis fragwürdig werden lassen.
 
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