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Am Freitag habe ich morgens aus dem Hotel ausgecheckt und bin
wieder zum Flughafen gefahren, um bei der Autovermietung den vorbestellten Mietwagen
abzuholen. Es war ein „VW Gol“, ein brasilianisches VW-Modell in der Größe
eines Polo. Das Auto war fünf Jahre alt, hatte knapp 100.000 km auf dem Buckel
und war schon dementsprechend klapprig. Aber immerhin war es mit Klimaanlage
und einem sparsamen Dieselmotor ausgestattet. Damit ging es in Richtung
Nordosten ins 450 km entfernte Loma Plata. Den Chaco erreicht man nur über eine
einzige gut ausgebaute Strasse, die „Ruta Transchaco“, die ein Teil der
Panamericana ist.
Unterwegs wurden wir hinter einer Mautstelle von der Polizei
angehalten. Das Licht, mit dem man in Paraguay auch tagsüber fahren muss, war
nicht eingeschaltet. Die Polizisten wollten 120.000,- Guarani, umgerechnet ca.
16,- Euro haben. 100.000,- hatten sie schon bekommen, aber als sie meinten es
sei genug. Wir wurden mit erhobenem Zeigefinger verwarnt und verabschiedet.
Natürlich gab’s keine Quittung, was bedeutet das der Polizist sich von dem Geld
wohl einen netten Abend gemacht hat. Korruption ist in Paraguay eben an der
Tagesordnung – später gibt’s dazu noch ein Beispiel! Sonst aber verlief die Fahrt
ohne Probleme und nach etwa fünf Stunden kamen wir in Loma Plata, dem Hauptort
der Colonie Menno, an.
Loma Plata liegt im „Gran Chaco“, einer Gegend die mit über
45 Grad im Sommer als die Heißeste in Paraguay gilt! Vor etwa 100 Jahren hatten
sich dort die ersten Angehörigen der Religionsgemeinschaft der Mennoniten
niedergelassen. Sie wollten möglichst abgeschieden von der Zivilisation leben. In
der Gegend gibt es keine geteerten Straßen sondern nur Lehm- und Schotterpisten.
Bei Trockenheit staubt es wie in der Wüste, bei Dauerregen versinkt alles im
Schlamm. Wie gut, daß ich die Regenzeit nicht miterlebt hatte. Mittlerweile hat
aber auch im Chaco die Zivilisation Einzug erhalten. Es gibt praktisch alles zu
kaufen und viele haben auch ein Auto. Also keine Spur mehr von einem Leben
jenseits des technischen Fortschritts wie es die ursprünglichen Mennoniten einst
betrieben haben. Aber das Lustigste an diesem Urlaub war, dass dort überall
Deutsch gesprochen wird, und das obwohl man sich mitten in Südamerika befindet.
Viele Menschen die dort leben sind deutscher Abstammung.
Den ersten Abend haben wir einer Pizzeria ausklingen lassen,
die von einem Aussteiger aus Ostdeutschland geführt wird. Dort gab’s eine super
leckere Pizza, riesengroß und im Steinofen gebacken. Preis: für Europäer nicht
der Rede Wert! Das Preisniveau in Paraguay ist eben sehr niedrig.
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