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Teil 3: 12. Mai 2006 - Fahrt in den Chaco

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Am Freitag habe ich morgens aus dem Hotel ausgecheckt und bin wieder zum Flughafen gefahren, um bei der Autovermietung den vorbestellten Mietwagen abzuholen. Es war ein „VW Gol“, ein brasilianisches VW-Modell in der Größe eines Polo. Das Auto war fünf Jahre alt, hatte knapp 100.000 km auf dem Buckel und war schon dementsprechend klapprig. Aber immerhin war es mit Klimaanlage und einem sparsamen Dieselmotor ausgestattet.

Damit ging es in Richtung Nordosten ins 450 km entfernte Loma Plata. Den Chaco erreicht man nur über eine einzige gut ausgebaute Strasse, die „Ruta Transchaco“, die ein Teil der Panamericana ist.

Unterwegs wurden wir hinter einer Mautstelle von der Polizei angehalten. Das Licht, mit dem man in Paraguay auch tagsüber fahren muss, war nicht eingeschaltet. Die Polizisten wollten 120.000,- Guarani, umgerechnet ca. 16,- Euro haben. 100.000,- hatten sie schon bekommen, aber als sie meinten es sei genug. Wir wurden mit erhobenem Zeigefinger verwarnt und verabschiedet. Natürlich gab’s keine Quittung, was bedeutet das der Polizist sich von dem Geld wohl einen netten Abend gemacht hat. Korruption ist in Paraguay eben an der Tagesordnung – später gibt’s dazu noch ein Beispiel! Sonst aber verlief die Fahrt ohne Probleme und nach etwa fünf Stunden kamen wir in Loma Plata, dem Hauptort der Colonie Menno, an.

Loma Plata liegt im „Gran Chaco“, einer Gegend die mit über 45 Grad im Sommer als die Heißeste in Paraguay gilt! Vor etwa 100 Jahren hatten sich dort die ersten Angehörigen der Religionsgemeinschaft der Mennoniten niedergelassen. Sie wollten möglichst abgeschieden von der Zivilisation leben. In der Gegend gibt es keine geteerten Straßen sondern nur Lehm- und Schotterpisten. Bei Trockenheit staubt es wie in der Wüste, bei Dauerregen versinkt alles im Schlamm. Wie gut, daß ich die Regenzeit nicht miterlebt hatte.

Mittlerweile hat aber auch im Chaco die Zivilisation Einzug erhalten. Es gibt praktisch alles zu kaufen und viele haben auch ein Auto. Also keine Spur mehr von einem Leben jenseits des technischen Fortschritts wie es die ursprünglichen Mennoniten einst betrieben haben. Aber das Lustigste an diesem Urlaub war, dass dort überall Deutsch gesprochen wird, und das obwohl man sich mitten in Südamerika befindet. Viele Menschen die dort leben sind deutscher Abstammung.

Den ersten Abend haben wir einer Pizzeria ausklingen lassen, die von einem Aussteiger aus Ostdeutschland geführt wird. Dort gab’s eine super leckere Pizza, riesengroß und im Steinofen gebacken. Preis: für Europäer nicht der Rede Wert! Das Preisniveau in Paraguay ist eben sehr niedrig.

 
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