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Die restlichen zehn Tage im Chaco verliefen abwechslungsreich
und erholsam. Die meiste Zeit habe ich mich im Haus von meinen Freunden in
Chicago aufgehalten. Ja, richtig gelesen, die Straße in der das Haus steht
heißt „Chicago“! Das Haus hat mir richtig gut gefallen, es hatte ein
gemütliches Wohnzimmer, zwei Schlafzimmer, eine ordentliches Bad sowie eine
große Küche.
Die Pension „Loma Plata“ in der ich ein Zimmer gebucht
hatte, war eigentlich nur zum Schlafen geeignet. Die Zimmer und Flure waren
nüchtern und kühl wie in einem Krankenhaus und das Bett glich einer Hängematte.
Auch das Frühstück dort war auch nicht berauschend, aber das ist in Südamerika
vielerorts so, es gibt noch nicht einmal Nutella! Aber für umgerechnet fünf
Euro pro Tag sollte man nicht meckern.
Zum Mittagessen haben wir uns oft die so genannten Empanadas
geholt, die fix und fertig im Supermarkt zu kaufen waren. Empanadas sind
Teigtaschen die entweder mit Hackfleisch oder mit Schinken und Käse gefüllt sind
und dann frittiert werden, richtig lecker! Das Nationalgetränk in Paraguay ist
übrigens Matetee, bzw. Tereré, wie er dort genannt wird. Dazu werden Teeblätter
bis zum Rand in einen Holzbecher gefüllt und mit kaltem Wasser aufgegossen.
Getrunken wird dann durch ein Röhrchen mit einem Sieb am anderen Ende. Beim
geselligen Beisammensein mit mehreren Leuten gibt es trotzdem nur einen Becher!
Eine Person schenkt immer frisches Wasser aus und man gibt den Becher einfach
an den Nachbarn weiter wenn man getrunken hat, das heißt jeder trinkt aus dem
gleichen Becher! Danke sagt man erst wenn man keinen Tereré mehr möchte. Auf
diesen Trick bin ich natürlich erstmal reingefallen und ich hätte fast nichts
mehr bekommen.
Das Wetter war die ganze Zeit über warm und sonnig mit etwa
25 Grad - und das im Herbst auf der Südhalbkugel. Der heißeste Tag hatte mittags
35 Grad. Aber einen Tag später zog für zwei Tage eine Kaltfront in den Chaco und
es gab einen Temperatursturz auf 13 Grad! Auch solche extremen
Wettersituationen sind im Chaco möglich. Da es in den dortigen Häusern keine
Heizung gibt, musste der Gasofen in der Küche als Heizung dienen. So gingen die
Tage dahin und für Sonntag war die Rückreise nach Asunción geplant, da ja auch
der Mietwagen wieder am Flughafen abgegeben werden musste. Aber am Samstag
vorher passierte es dann: der Anlasser streikte. So stand der VW Gol den
kompletten Sonntag herum, da die Werkstätten ja alle geschlossen hatten und so
was wie einen ADAC kennt man im Chaco nicht. Erst am Montagmorgen haben wir
dann früh in der Werkstatt „Menno Automotores“ angerufen, die unseren Gol auch
prompt abgeschleppt hatte. Zum Glück war nicht viel kaputt, nur ein lose
gerütteltes Kabel vom Anlasser und eine leere Batterie von den unzähligen
Startversuchen. Die Holperpisten im Chaco haben dem Auto wohl nicht gut getan.
Jedenfalls war der Wagen nach knapp zwei Stunden wieder fit und die Reparatur
hat keine 10,- Euro gekostet – in die Werkstatt sollte ich mein Auto auch mal bringen. So konnten wir uns dann nach dem
Mittagessen auf den Rückweg nach Asunción machen. Dort sind wir spät abends im
Hotel Universitario im Stadtteil San Lorenzo angekommen. |