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Teil 4: 13. bis 22. Mai 2006 - Leben im Chaco

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Die restlichen zehn Tage im Chaco verliefen abwechslungsreich und erholsam. Die meiste Zeit habe ich mich im Haus von meinen Freunden in Chicago aufgehalten. Ja, richtig gelesen, die Straße in der das Haus steht heißt „Chicago“! Das Haus hat mir richtig gut gefallen, es hatte ein gemütliches Wohnzimmer, zwei Schlafzimmer, eine ordentliches Bad sowie eine große Küche.

Die Pension „Loma Plata“ in der ich ein Zimmer gebucht hatte, war eigentlich nur zum Schlafen geeignet. Die Zimmer und Flure waren nüchtern und kühl wie in einem Krankenhaus und das Bett glich einer Hängematte. Auch das Frühstück dort war auch nicht berauschend, aber das ist in Südamerika vielerorts so, es gibt noch nicht einmal Nutella! Aber für umgerechnet fünf Euro pro Tag sollte man nicht meckern.

Zum Mittagessen haben wir uns oft die so genannten Empanadas geholt, die fix und fertig im Supermarkt zu kaufen waren. Empanadas sind Teigtaschen die entweder mit Hackfleisch oder mit Schinken und Käse gefüllt sind und dann frittiert werden, richtig lecker! Das Nationalgetränk in Paraguay ist übrigens Matetee, bzw. Tereré, wie er dort genannt wird. Dazu werden Teeblätter bis zum Rand in einen Holzbecher gefüllt und mit kaltem Wasser aufgegossen. Getrunken wird dann durch ein Röhrchen mit einem Sieb am anderen Ende.

Beim geselligen Beisammensein mit mehreren Leuten gibt es trotzdem nur einen Becher! Eine Person schenkt immer frisches Wasser aus und man gibt den Becher einfach an den Nachbarn weiter wenn man getrunken hat, das heißt jeder trinkt aus dem gleichen Becher! Danke sagt man erst wenn man keinen Tereré mehr möchte. Auf diesen Trick bin ich natürlich erstmal reingefallen und ich hätte fast nichts mehr bekommen.

Das Wetter war die ganze Zeit über warm und sonnig mit etwa 25 Grad - und das im Herbst auf der Südhalbkugel. Der heißeste Tag hatte mittags 35 Grad. Aber einen Tag später zog für zwei Tage eine Kaltfront in den Chaco und es gab einen Temperatursturz auf 13 Grad! Auch solche extremen Wettersituationen sind im Chaco möglich. Da es in den dortigen Häusern keine Heizung gibt, musste der Gasofen in der Küche als Heizung dienen.

So gingen die Tage dahin und für Sonntag war die Rückreise nach Asunción geplant, da ja auch der Mietwagen wieder am Flughafen abgegeben werden musste. Aber am Samstag vorher passierte es dann: der Anlasser streikte. So stand der VW Gol den kompletten Sonntag herum, da die Werkstätten ja alle geschlossen hatten und so was wie einen ADAC kennt man im Chaco nicht.

Erst am Montagmorgen haben wir dann früh in der Werkstatt „Menno Automotores“ angerufen, die unseren Gol auch prompt abgeschleppt hatte. Zum Glück war nicht viel kaputt, nur ein lose gerütteltes Kabel vom Anlasser und eine leere Batterie von den unzähligen Startversuchen. Die Holperpisten im Chaco haben dem Auto wohl nicht gut getan. Jedenfalls war der Wagen nach knapp zwei Stunden wieder fit und die Reparatur hat keine 10,- Euro gekostet – in die Werkstatt sollte ich mein Auto auch mal bringen. So konnten wir uns dann nach dem Mittagessen auf den Rückweg nach Asunción machen. Dort sind wir spät abends im Hotel Universitario im Stadtteil San Lorenzo angekommen.

 
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